Seit drei Wochen schon ist das Wetter extrem schlecht im Revier Kap Hoorn. Ein Hochdruckgebiet hält sich weit südlich von Chile, dagegen ziehen die Tiefdruckgebiete permanent und eines nach dem anderen über Kap Hoorn. Alle Wetterbericht der letzten Zeit waren stimmig, was die Windrichtungen anging, aber nicht die Stärke. So wurde innerhalb der letzten drei Wochen eine Durchschnittswindstärke von 55 Knoten am Kap gemessen. Sieben Yachten mussten ihre Antarktis-Expeditionen ausfallen lassen, weil sie keine Chance hatten, sicher über die Drake-Passage zu segeln. Aufgrund der kontinuierlichen Stürme aus Südwest sowie der insgesamt so extrem unstabilen Wetterlage hat seit drei Wochen keine einzige Yacht das Kap Hoorn umrundet. Fast ununterbrochen kamen Sturmwarnungen der Marine über Funk und die Häfen von Puerto Williams und Ushuaia waren gefühlt mehr geschlossen als geöffnet, so dass sich keine Yacht vom sicheren Liegeplatz wegbewegen konnte. Wir hatten gehofft, dass die Idee, auf...
Anfang Januar war Arved Fuchs mit seiner Dagmar Aeen in Puerto Williams. Da die Polarwind gerade zwischen zwei Törns auch im Hafen war, luden Arved und seine Crew Skipper Osvaldo zum Abendessen ein. In gemütlicher Atmosphäre wurden Segelerfahrungen und Anekdoten ausgetauscht. Nach dem Essen auf der Dagmar Aeen ging es auf die Polarwind, wo gemeinsam die besten Ankerbuchten im Revier Kap Hoorn und Gletscher studiert wurden.
Heute haben wir dann nicht nur unsere Bücher getauscht, sondern ich habe auch noch ein echt deutsches Brot bekommen!
Dank an Arved und der gesamten Crew für die netten gemeinsamen Stunden und das leckere Brot!
Das neue Jahr hießen wir in der Bucht Margarita willkommen. Gut geschützt in der kleinen Bucht gab es Silvester ein typisch feuerländisches "Asado", d.h. es wurde gegrillt, direkt am Strand des Beagle-Kanals. Esteban holte seine Gitarre von Bord und so verbrachten wir den Abend mit bestem chilenischen Wein und bestem argentinischen Steaks und einem spektakulären Blick auf das Kreuz des Südens, das am komplett wolkenlosen Himmel gut zu erkennen war. Es war ein besonderer Beginn des neuen Jahres für jede/n einzelne/n von uns.
Dieses Mal war das Wetterfenster, um das Kap Hoorn zu umrunden, noch kürzer als zunächst angenommen. Aber wir schafften am 28.12. die letzte Umrundung des Jahres unter Segeln. Kaum waren wir rum um das Kap, nahm der Wind aus Südwest zu, so dass wir letztendlich ebenfalls die 60 sm zurück zum Beaglekanal unter Segeln zurücklegen konnten.
Glückwunsch an die neuen Kap Horniers: Nina, Uta, Ralf, Willi und Heinz
Obwohl das Geld fehlt und der Zeitpunkt denkbar ungünstig ist, erfüllen sich der Chilene Osvaldo E. Escobar Torres und seine Frau Jutta Walter ihren Lebenstraum: auf eigenem Kiel von Europa nach Feuerland am Südzipfel Südamerikas zu segeln. Mit ihrer 16 m langen Stahlyacht POLARWIND geht es von Griechenland durchs Mittelmeer und über den Atlantik nach Brasilien. In Buenos Aires rüsten sie in monatelanger Eigenarbeit ihr neues Zuhause für das Segeln in den hohen Breiten und nehmen dann Kurs auf das berüchtigte Kap Hoorn – immer mit dabei ihr kleiner Sohn Theo, wechselnde Freunde und Bekannte, eine chronisch leere Bordkasse, aber auch das Vertrauen, trotz aller Wenns und Abers genau das Richtige zu tun.
Unterhaltsam und spannend beschreibt die Autorin das einfache und entbehrungsreiche Leben an Bord und an ihrem Zielort Feuerland. Sie berichtet von zu Herzen gehenden Bekanntschaften und faszinierenden Begegnungen mit Walen, von unerträglicher Hitze und tagelangen Schneestürmen, vom...
Wie es schon fast eine Tradition an Bord der SY Polarwind ist, gab es nach erfolgreicher Kap-Hoorn-Umrundung dieses Mal in der Caleta Banner auf der Insel Picton ein Captain´s Dinner. Der Skipper legte sich kulinarisch ins Zeug und überraschte die Crew mit einer Vorspeise mit Meeresfrüchten auf Avokado, als Hauptgericht argentinisches Roastbeef mit Curryreis und als Dessert Obstsalat mit Rum. Dazu gab es Sekt und Wein aus Argentinien und Chile.
Um diese kleine Feier gleichzeitig lustig und ernst zu machen, bastelte die Crew Krawatten und so fand die offizielle Übergabe der Kap-Hoorn-Urkunden direkt an Ort und Stelle statt.
Trotz der schlechten Wettervorhersage für das ganze Revier nutzen wir ein passendes Wetterfenster für die Umrundung des Kap Hoorns. Um 3 Uhr morgens warfen wir die Leinen in Puerto Toro los und waren genau 12 Stunden später vor dem legendären Kap. Aufgrund guter Sicht konnten wir das Kap von West nach Ost sehr nah bei einer Geschwindigkeit von 6 Knoten umrunden.
Unsere Törns finden ja absichtlich im Sommer auf der Südhalbkugel statt, u.a. um nicht im tagelangen Schneesturm ausharren zu müssen – aber das Wetter auf Feuerland ist und bleibt nun mal unberechenbar und hatte auf dem ersten Törn dieser Saison so manche Überraschung für uns parat. So zwang uns ein anhaltendes Tiefdruckgebiet im Revier Kap Hoorn zunächst Kurs auf die Gletscher Feuerlands zu nehmen. Die starken Winde aus West und Südwest ließen uns nur langsam vorankommen, so dass Geduld gefragt war, bis wir endlich an unserem ersten Ziel – dem Gletscher Pia – ankamen. Es war nicht nur der ständige Gegenwind, sondern v.a. tagelanger Schneefall mit einer Sicht von nur wenigen Metern, der diesen ersten Teil des Törns zu einer echten Herausforderung für jedes einzelne Crewmitglied machten. Aber alle packten bei den unerwarteten Aufgaben - wie z.B. das Deck täglich neu vom Schnee zu befreien – mit an und so erreichten wir endlich den Gletscher. Und dann kam doch noch das langersehnte...