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Singapore

08. Dezember 2019

Singapur

Um in Singapur anzukommen, müssen wir einmal quer über die Singapur Strait, eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen der Welt. Die Riesenfrachter sind natürlich alle viel schneller als wir. Vom Gefühl her ist es ungefähr so, als wollte man eine deutsche Autobahn am Freitagnachmittag zu Fuß überqueren. Aber Singapur ist nun mal Singapur und so wie alles in dieser Stadt ist auch der Schiffsverkehr unglaublich gut organisiert.

Man braucht einen Agenten, um mit dem eigenen Schiff in Singapur anzukommen. So haben wir also den ganzen Papierkram schon vor Tagen mit ihm geregelt und genaue Anweisungen bekommen, wo wir wann zu sein haben und v.a. auch bei wem wir uns wie und wo per Funk melden müssen. Frohen Mutes stürzen wir uns ins Getümmel, geben brav den passenden Funkspruch ab, als wir die Hauptverkehrswege – auf denen es sogar eine Linksabbiegerspur gibt (!) – queren, werden per Funk um die größten Frachter herumgeleitet und sind pünktlich an der verabredeten Stelle, wo wir zum ersten Mal auf unserer Reise mitten auf dem Wasser einklarieren.

Dann geht es vorbei an duzenden von Ankerliegern. Dort wo wir sonst ein schwarz umrandetes Dreieck im AIS sehen, wenn ein anderes Schiff in der Nähe ist, ist jetzt nur ein dicker schwarzer Fleck, weil es einfach so unglaublich viele Schiffe gibt. Wir fahren mitten durch den Containerhafen, den zweitgrößten der Welt, denn dahinter liegt der „Republic of Singapore Yacht Club“, der mit Abstand günstigste Liegeplatz in ganz Singapur.

Kaum ist die Polarwind fest, stürzen wir uns ins Sightseeing-Programm und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bisher hatten wir gedacht, dass Deutschland ein recht geordnetes, sauberes Land sei. Aber bisher kannten wir auch Singapur noch nicht. Ohne Regeln und Verbote würde die Ordnung wohl nicht funktionieren. So fallen uns  zuerst die vielen, vielen Verbotsschilder auf.

Vom Yacht Club fährt mehrmals täglich ein Shuttlebus zur nächsten U-bahnstation. Von dort kommen wir innerhalb einer halben Stunde bequem mitten in die Stadt. Das nutzen wir aus  und nehmen in den zehn Tagen, die wir in Singapur verbringen, alles mit: einen Spaziergang vom Ausgehviertel  Clarke Quay und Boat Quay am Singapur River entlang bis zum Merlion, dem Wahrzeichen der Stadt mit Löwenkopf und Fischkörper. Dann weiter zum berühmten Marina Bay Sands Hotel und hinauf bis zur Aussichtsplattform des selbigen. Natürlich müssen wir die Supertrees in „Gardens by the Bay“ sehen und  fahren in die Stadtteile Little India und China Town. Ein Besuch im Zoo darf nicht fehlen, ebenso die Lichtershow am Abend etc.

Den Großeinkauf im Supermarkt erledigen wir nach einem Ausflugstags am Rande des Swimmingpools des Yacht Clubs – online. Am nächsten Morgen kommt kostenlos die Lieferung direkt aufs Schiff. Die Tage hier sind ein einzigartiger Ausflug ins bequeme, moderne Wohlstandsleben und der Unterschied zu den letzten Wochen in Indonesien könnte größer nicht sein.