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Inselhopping auf den Gesellschaftsinseln

15. Juli 2019

Die Gesellschaftsinseln liegen alle relativ nahe beieinander und sind attraktive Zwischenstopps auf dem Weg nach Westen. Nur gut 15 Seemeilen sind es von Tahiti aus zur Nachbarinseln Moorea, die Kulisse für viele Abenteuer- und Piratenfilme war. Besonderes Highlight hier sind zutrauliche Stachelrochen, die man beim Schnorcheln sogar anfassen kann.

Eine Nachtfahrt bringt uns nach in von nur wenigen Touristen besuchte Huahine. Dort warten einsame Strände, türkisfarbenes Wasser und v.a. freundliche, offene Menschen auf uns, die uns zu sich nach Hause einladen, Bananen und Kokosnüsse schenken und sich scheinbar genauso freuen uns kennenzulernen wie wir sie.

Die Inseln Raiatea und Tahaa sind von einem gemeinsamen Riff umschlossen. Idyllische Ankerbuchten finden sich rund um beide Inseln. Tahaa ist bekannt für den Vanilleanbau. Man kann ganze Plantagen besichtigen und sich in den komplizierten Anbau einführen lassen.

Highlight und für uns letzte Station ist Bora Bora. Dort sind in der letzten Zeit die Bedingungen für Segler/innen strenger geworden. Freies Ankern ist nicht mehr erwünscht, schon gar nicht vor den exklusiven Hotels. Mit dem Dinghi erkunden wir die kleinen Motus hinterm Riff, finden schöne Stellen zum Schnorcheln und dann ist es soweit: Nach drei Monaten in Französisch Polynesien klarieren wir aus. Andere Insel warten auf uns. Kurs West!

 

SY Polarwind in Tahiti

12. Juni 2019

Tahiti 12.6.

Die SY Polarwind ist auf Tahiti angekommen. Ein Etappenziel ist erreicht. In der Hauptstadt Papeete sind die Marinas ausgebucht und teuer. Selbst das Ankerfeld dort ist völlig überfüllt. So ankern wir auf der Südseite der Insel bei dem kleinen Ort Taravao, was sich als ideal herausstellt: eine absolut geschützte Bucht, guter Ankergrund, Supermarkt und Wasseranschluss in der Nähe. Die Yacht können wir hier beruhigt alleine lassen, so dass wir Zeit haben, die Insel zu erkunden und die Segelläden in Papeete zu durchstöbern.

Tahiti gilt als wichtigster Knotenpunkt im Südpazifik. Früher oder später kommen alle Segler hier vorbei. Wie wahr das ist, stellen wir fest, noch bevor der Anker fällt: Valdo entdeckt gleich zwei ihm aus Patagonien bekannte Schiffe. Mit beiden Skippern gibt es ein herzliches Wiedersehen.

 

In den Tuamotus

20. Mai 2019

Auf dem Weg nach Tahiti ankern wir auf verschiedenen Atollen der Tuamotus. Aufregend ist jedes Mal die Einfahrt durch die Pässe, denn Wind und entgegenstehende Strömung können gefährlich werdende stehende Wellen verursachen. Der richtige Zeitpunkt will also gut abgepasst sein. Nicht umsonst hieß das Archipel der Tuamotus lange das „gefährliche Archipel“ und wurde in Zeiten vor elektronischen Seekarten und GPS von Seglern komplett gemieden. Die vielen Atolle und Riffe können auch heute noch bei Unachtsamkeit gefährlich werden. In erster Linie ist es aber ein wunderschöner Archipel. Türkisfarbenes Wasser und eine bunte Unterwasserwelt incl. Riffhaie laden zum Tauchen und Schnorcheln ein. Die Menschen in den abgelegenen, kleinen Dörfern sind freundlich und hilfsbereit und ein Atoll ist schöner als das andere. Man kann schon verstehen, dass mancher Segler hier hängenbleibt.

In der Südsee

24. April 2019

 

Gambier-Inseln, Französisch Polynesien: Mit achterlichen Winden aus Südost, um die 20 Knoten, sausten wir die ca. 1400 Seemeilen in die Südsee. Für die letzten Meilen mussten wir die Segel reffen, um nicht mitten in der Nacht anzukommen. Durch das große Außenriff kommen wir in das kleine Archipel der Gambiers, das aus ein paar Inseln besteht. Wir sind da! In der Südsee! Ein weiterer Traum wird wahr. Zum ersten Mal seit Wochen, ja, seitdem wir das südamerikanische Festland verlassen haben, liegt die Polarwind ganz ruhig vor Anker. Nichts wackelt. Die Teller bleiben auf dem Tisch stehen. Weißer Strand und türkisfarbenes Wasser. Vollmond. Postkarten-Klischee und noch viel schöner! Wir schwimmen eine Runde ums Schiff und sind glücklich.

Auf den Gambier-Inseln werden die berühmten Schwarzperlen gezüchtet, die für viel Geld in Tahiti und noch mehr Geld in Europa verkauft werden. So schwarz wie hier sind sie wohl sonst nirgendwo. Mit ein paar anderen Seglern besuchen wir Stephán, der aus diesen Perlen sowie den Muscheln, in denen sie heranwachsen, echte kleine Kunstwerke fertigt und uns in seine Kunst einweiht.

So schön es auf den Gambier-Inseln ist, genau diese Perlenzucht macht den Seglern das Leben schwer, denn tausende von Perlfarm-Bojen gibt es inzwischen im ganzen Archipel und i.d.R. sind sie nicht vorschriftsmäßig auf mindestens 5 Metern Wassertiefe ausgebracht. Segler, die schon länger in diesem Revier sind, berichten, dass in den letzten paar Jahren die Bojen rasant zugenommen haben. Jeder scheint sein Glück mit den Perlen zu versuchen. Auch werden alte, verlassene Perlfarmfelder nicht entsorgt. So ist das Navigieren zwischen den Inseln extrem schwierig und mehr als ein Segler hatte schon Leinen im Propeller, die bis hin zum Getriebeschaden führten.

Umgekehrt scheinen die Perlfarm-Besitzer nicht unbedingt die Segler zu lieben. Klar, denn natürlich kommt es vor, dass sie, wenn auch unbeabsichtigt, Leinen bei der Durchfahrt zerreißen. Die Lösung wären wohl klar markierte Perlfarm-Felder mit genügend Platz zum Navigieren drum herum. Aber ob es das je geben wird?

Erfahren tun wir all das und noch viel mehr über das Leben auf den Inseln von Fritz. Was für ein Unikat an Mensch! Knapp 80 Jahre alt, lebt Fritz im letzten Haus am Rande der Bucht und leitet seit vielen, vielen Jahren den TO-Stützpunkt auf den Gambiers.

Abgesehen von einer Woche voller Sturm und Regen hatten wir eine wundervolle Zeit auf den Gambiers.

Rapa Nui

20. März 2019

Nach einem mehrtägigen Stopp auf der Insel Robinson Crusoe hat die SY Polarwind ihr erstes großes Ziel im Pazifik erreicht: die Osterinsel. Wie gut, dass Skipper Osvaldo schon seit Wochen das Südpazifik-Hoch im Blick hatte. Da nicht mitten hinein zu segeln war auf dieser langen Etappe oberstes Ziel, denn das hätte bedeutet: Flaute, Flaute und nochmal Flaute. Geschickt hat er die Polarwind also rund um das Hoch navigiert, dabei auch die kleinsten Flautenlöcher ausgelassen und dafür gesorgt, dass wir ordentlich in den Südost-Passat kommen. Der bläst nur leider um diese Jahreszeit im Pazifik nicht so kontinuierlich, wie auf anderen Ozeanen. Tägliche Segelmanöver hielten uns über zwei Wochen auf Trab.

Die v.a. wegen der riesigen Stein-Statuen, der Moai, bekannte Osterinsel heißt offiziell seit letztem Jahr wieder Rapa Nui. Der chilenische Präsident hat dem entsprechenden Antrag der Inselbewohner stattgegeben. Richtig so, denn Osterinsel hieß sie lediglich, weil sie vom Niederländer Jakob Roggeveen am Ostersonntag 1722 entdeckt wurde. Die eigentlichen Einwohner, bis heute stolze Polynesier, nennen sie seit jeher Rapa Nui. Politisch gehört sie zu Chile, geographisch zu Polynesien. Angeblich ist sie die einsamste bewohnte Insel weltweit.

Bei Seglern ist sie berühmt-berüchtigt, weil es erstens keinen guten Ankerplatz gibt und zweitens jeder Landgang wegen der starken Brandung ein kleines Abenteuer ist. Nach knapp drei Wochen auf der Insel können wir bestätigen, dass all die haarsträubenden Geschichten über sich überschlagende Beiboote und salzwassergetränkte Außenborder beim Anlanden wahr sind - wenn man überhaupt an Land kann. Bis zu acht Tagen Wartezeit, weil Wind und Wellen jeden Landgang unmöglich machen, sind durchaus normal.

Wir hatten das große Glück nur 5 Tage lang nicht an Land gehen zu können und mussten in der ganzen Zeit auch nur einmal den Ankerplatz wegen drehender Winde und zu viel Welle wechseln. Trotzdem ist es gut, den nonstop rolligen Ankerplatz zu verlassen und wieder unter Segeln zu sein!