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Indonesien

28. November 2019

Die Polarwind ist in Asien! Nach dem recht aufwändigen Einklarieren in Kupang, einer Stadt ganz ohne Tourismus auf Timor, verbringen wir eine wunderschöne Zeit im Komodo-Nationalpark. Einsame Ankerbuchten, Affen am Ufer, ein Wal direkt vorm Schiff und natürlich die berühmten Komodo-Warane bescheren uns unvergessliche Tage.

Mit wenig Wind, viel Strömung und sehr vielen Fischerbooten, die aus dem Nichts auftauchen und weder auf AIS noch Radar zu sehen sind, segeln wir mit einigen Ankerstopps, um Strömung oder die Nacht abzuwarten, Richtung Westen. Die von Segler/innen am meisten gefürchteten Hindernisse in Indonesien sind die „fish attracting devices“, kuriose aus Bambus gebaute Flöße, an denen Fischernetze angebracht sind. In der Dunkelheit hat man keine Chance, sie zu sehen.

Unvergessliche Tage verbringen wir auf Lombok und Bali und machen uns dann, bevor der Nordost-Monsum einsetzt, auf den Weg nach Norden. Nach einem Stopp auf der Insel Bawean mitten in der Java-See geht es weiter Kurs Nord. Je näher der Äquator rückt, desto mehr Squalls und Gewitter kriegen wir ab. Es ist tagsüber schwül-heiß und wird immer heißer. Als der Wind komplett wegbleibt, ist es kaum auszuhalten. So geschwitzt haben wir noch nie!

Sobald wir das Archipel Lingga und Riau erreichen, sind wir wieder entspannter. Jetzt kann der Nordwind ruhig kommen! Wir lassen uns Zeit, ankern in kleinen, einsamen Buchten, besuchen Inseln mit nur wenigen Häusern , „unterhalten“ uns mit den Bewohnern mit Händen und Füßen und bekommen sogar ganz unverhofft Besuch von Neptun an Bord, weil Crewmitglied Antonia zum ersten Mal über den Äquator segelt.

Indonesien hat uns sehr gut gefallen, auch wenn es zum Segeln oft fast zu wenig Wind gab. Erschreckend nur, der viele Plastikmüll im Meer. Aber dafür darf man nicht nur die Einheimischen verantwortlich machen. Ein großer Teil deutschen Plastikmülls wird nach Indonesien verfrachtet und dort leider nicht immer wie vorgesehen entsorgt.