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Arbeitsalltag

01. September 2019

Vuda Point, Fidschi: Die Polarwind steht an Land. Die letzten Monate haben dem Unterwasserschiff doch mehr zugesetzt, als zunächst gedacht. So müssen wir das gesamte Antifouling erneuern, incl. aller Vorarbeiten, Antirost und Primer. Skipper Osvaldo nimmt morgens um 6 Uhr den Pinsel in die Hand und legt ihn erst mit dem letzten Licht wieder weg. Tatkräftige Unterstützung hat er von seiner Crew und so kann sich das Ergebnis schon nach einigen Tagen sehen lassen.

Nach getaner Arbeit ist Zeit, Land und Leute kennenzulernen. Gibt es überhaupt noch eine Steigerung von der großen Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die wir bisher auf allen Inseln im Pazifik erlebt haben? Die Menschen auf Fidschi kommen uns tatsächlich noch freundlicher, noch herzlicher, noch zugewandter, noch offener vor, als all die vielen, tollen Menschen, die wir bisher getroffen haben.

In den folgenden Tagen haben wir die Gelegenheit eine Schule und ein paar Tage später einen Kindergarten zu besuchen. Absolutes Highlight ist ein ganzer Sonntag in einem kleinen Dorf. Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst in der von den Bewohnern selbst gebauten Kirche, denn wie auf allen Inseln sind die Menschen tief religiös. Es gibt keine Bänke, alle sitzen auf Kokosblatt-Matten auf dem Boden. Im Anschluss werden wir zu einer Kava-Zeremonie im Versammlungshaus eingeladen, danach zum Mittagessen bei einer Großfamilie. Auch dort sitzen wir auf dem Boden. Gegessen wird mit den Händen. Nachmittags macht Osvaldo einige Zaubertricks für die Kinder. Es ist ein unvergesslicher Tag für alle.

 

Kurs Fidschi

22. August 2019

15 bis 20 Knoten aus Südost mit einer Welle von max. zwei Metern bescheren uns herrliche Segeltage. Vier Tage lang bleibt der Wind so konstant, dass wir bis auf minimale Segelkorrekturen nichts zu tun haben. Wir machen Etmale von 150 Seemeilen. Andere Schiffe sind kaum zu sehen, dafür Delfine, etliche fliegende Fische und viele Vögel. Einer ist so erschöpft, dass er sich die Polarwind als Ruheplatz aussucht und eine ganze Nacht bei uns bleibt.

Die letzten einhundertachtzig Meilen sind dann nicht mehr ganz so entspannt. Drehende Winde und Flaute wechseln sich ab. Wir sind alle froh, als wir nach insgesamt sechs Tagen endlich um die Südseite der Hauptinsel Fidschis herum segeln. Da der Travellift wohl nirgendwo im Pazifik so günstig wie auf Fidschi ist, ist unser Ziel die Vuda Marina, denn ein paar Arbeiten am Boot stehen an. 

Noch einmal Samoa

15. August 2019

Apia, Samoa: Nur 80 sm sind es bis ins andere, unabhängige Samoa. Auch hier empfangen uns die Menschen mit der typischen Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Südsee, aber nicht nur sie! Auf Samoa treffen wir unsere langjährige Segelfreundin Paula aus Argentinien wieder, die seit Jahren mit einem Katamaran im Pazifik unterwegs ist. Was für ein Wiedersehen!

Gemeinsam mit Paula haben wir die Gelegenheit, tief in die Kultur Samoas einzutauchen und das typische Leben in den Dörfern kennenzulernen: Traditionell kochen die Männer. Brotfrucht, Bananen, ein ganzes Ferkel und Fisch werden auf heiße Steine gelegt und mit Bananenblättern zugedeckt. Bis das Essen fertig ist, lernen wir, aus Palmenblättern Teller zu flechten. Man zeigt uns außerdem, wie die überall und von allen, also Männern und Frauen, getragenen Wickelröcke, lava lavas genannt, gefärbt und Schalen aus Holz geschnitzt werden. Höhepunkt ist für uns, dabei zu sehen zu dürfen, wie einer der Männer auf traditionelle Art ein neues Tattoo bekommt. Das muss wirklich schmerzhaft sein, aber der Mann verzieht keine Miene.

Die grüne Insel gefällt uns unglaublich gut. Überall gibt es Wasserfälle, in denen man baden kann und auf der Südseite der Insel wartet eine besondere Überraschung auf uns: To Sua, übersetzt das große Loch, ein spektakulärer Natur-Swimmingpool. Durch einen Tunnel im Lavagestein hat sich das Meer einen Tunnel gebahnt und über Jahrtausende ein großes, ca. 30 m tiefes Loch ausgewaschen. Über die rutschige Holztreppe hinunterzuklettern ist aufregend, in dem Loch zu schwimmen sagenhaft.

Noch einer hat lange vor uns gemerkt, wie toll diese Insel ist: Der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson, der unter anderem Die Schatzinsel geschrieben hat, verbrachte seine letzten Lebensjahre auf Samoa und schrieb hier einige seiner bekanntesten Werke. Natürlich besuchen wir auch sein Haus, das inzwischen ein Museum ist.

Am letzten Abend sehen wir eine Feuershow. Männer, nur mit Blättern der Kokospalmen bekleidet, tanzen um und durch das Feuer. Wirklich beeindruckend sieht das aus. Schweren Herzens verabschieden wir uns von dieser fantastischen Insel und machen wir uns mit dem nächsten Wetterfenster wieder auf den Weg.

Eine Pazifik-Überraschung

01. August 2019

Eine Pazifik-Überraschung

Die weit nach Norden reichenden von Neuseeland durchziehenden Fronten ließen uns buchstäblich im letzten Moment den weisen Entschluss fassen, weiter nördlich zu segeln. So kamen wir nach knapp zehn Tagen auf dem Wasser eher unvorbereitet nach American Samoa. Ja, wir geben es zu, diese Insel hat uns nicht wirklich gereizt. Soll es dort außer günstigen Supermärkten laut Revierführer nicht viel Interessantes geben. Zum Glück hat uns die Insel – und besonders die Einwohner – eines Besseren belehrt: Obwohl US-amerikanisches Territorium, sind die Menschen tief in ihrer ursprünglichen Kultur und Traditionen verwurzelt. Fast alle tragen die typischen Wickelröcke, lavalava genannt, auch die Männer. Untereinander wird eher samoanisch als englisch gesprochen. Wir werden mit einer Herzlichkeit empfangen, die alle Gastfreundschaft Französisch Polynesiens noch überbietet. Egal ob im Bus oder Waschsalon, die Menschen haben Interesse an uns, erzählen bereitwillig und offen von ihrem Alltag und führen uns langsam in die Geheimnisse der Insel ein. Bei Wanderungen im großen Nationalpark lernen wir die Insel noch besser kennen – und sind richtig froh, hier gelandet zu sein! 

Inselhopping auf den Gesellschaftsinseln

15. Juli 2019

Die Gesellschaftsinseln liegen alle relativ nahe beieinander und sind attraktive Zwischenstopps auf dem Weg nach Westen. Nur gut 15 Seemeilen sind es von Tahiti aus zur Nachbarinseln Moorea, die Kulisse für viele Abenteuer- und Piratenfilme war. Besonderes Highlight hier sind zutrauliche Stachelrochen, die man beim Schnorcheln sogar anfassen kann.

Eine Nachtfahrt bringt uns nach in von nur wenigen Touristen besuchte Huahine. Dort warten einsame Strände, türkisfarbenes Wasser und v.a. freundliche, offene Menschen auf uns, die uns zu sich nach Hause einladen, Bananen und Kokosnüsse schenken und sich scheinbar genauso freuen uns kennenzulernen wie wir sie.

Die Inseln Raiatea und Tahaa sind von einem gemeinsamen Riff umschlossen. Idyllische Ankerbuchten finden sich rund um beide Inseln. Tahaa ist bekannt für den Vanilleanbau. Man kann ganze Plantagen besichtigen und sich in den komplizierten Anbau einführen lassen.

Highlight und für uns letzte Station ist Bora Bora. Dort sind in der letzten Zeit die Bedingungen für Segler/innen strenger geworden. Freies Ankern ist nicht mehr erwünscht, schon gar nicht vor den exklusiven Hotels. Mit dem Dinghi erkunden wir die kleinen Motus hinterm Riff, finden schöne Stellen zum Schnorcheln und dann ist es soweit: Nach drei Monaten in Französisch Polynesien klarieren wir aus. Andere Insel warten auf uns. Kurs West!